Embedded System Access (ESA) - testfokusiert
Embedded-System-Access-Technologien mit seriellem Testbus zur Kommunikation.
JTAG-/Boundary-Scan-Test (BST)

- Architektur eines Boundary-Scan-Schaltkreises
Boundary Scan wurde 1990 als IEEE 1149.1 standardisiert. Die Technologie definiert sogenannte Boundary-Scan-Zellen als die primären Zugriffspunkte auf ein System. Die Gesamtheit der Zellen bildet das Boundary-Scan-Register, welches über einen Test Access Port (TAP) angesteuert wird.
Alle Vektoren werden seriell ein- und ausgeschoben. Der Testbus selbst besteht aus vier Signalen und einem optionalen Reset.
Boundary Scan ist ein strukturelles Verfahren und bietet insbesondere beim Verbindungstest von BGA-Pins eine exzellente Fehlerdiagnose. Da die Tests jedoch statischer Natur sind, können dynamische Fehler nicht erkannt werden.
Ergänzend zu IEEE 1149.1 existieren mittlerweile eine Reihe weiterer IEEE-1149.x-Standards zur Erhöhung der Fehlerabdeckung.
Processor Emulation Test (PET)
Der Prozessor-Emulationstest nutzt das eigentlich zur Softwarevalidierung
implementierte Debug-Interface eines Mikroprozessors aus, um den Prozessorkern in einen nativen Testcontroller zu transformieren. Damit wird der Prozessor selbst zum Zugriffspunkt auf das System.
Ferngesteuert über JTAG oder andere Debug-Interfaces ist er dann in der Lage, sämtliche an seinen Systembus angeschlossenen internen oder externen Ressourcen anzusteuern und einzeln über entsprechende Testvektoren in Form von Schreib- und Lesezugriffen zu testen.
Ein Betriebssystem oder eine Flash-Firmware sind nicht notwendig. Die Technologie ermöglicht die Abdeckung sowohl statischer als auch dynamischer Fehler. Sie ist durch den funktionalen Ansatz jedoch in der Diagnosetiefe eingeschränkt. Die PET-Technologie ergänzt Boundary Scan hervorragend und ermöglicht insbesondere den Test von dynamischen Komponenten wie DDR-SDRAM, Gigabit-Interfaces und anderer nicht scanbarer Komponenten auf Chip-, Board- und Unit-Level.
Chip-Embedded Instruments (IJTAG)
Chip-Embedded Instrumentierungen sind im Grunde genommen im Schaltkreis integrierte Test- und Mess-IPs (Intellectual Properties), welche über den Testbus angesteuert werden. Ihre Funktonalität ist völlig offen und reicht von simplen Sensoren, über komplexere Signal- und Datenerfassung bis hin zu kompletten Analyseinstrumenten oder Programmgebern.
Die IPs selbst sind entweder fest in einem Chip integriert, können aber auf Basis von Field Programmable Gate Arrays (FPGA) auch temporär im System aktiviert werden.
Chip-Embedded Instrumentierungen werden bereits seit vielen Jahren im Bereich des Chiptests z.B. in Form von Built In Self-Test-IPs eingesetzt.
Bisher waren diese IPs zugriffsseitig nicht genormt, aber der sich in Entwicklung befindende Standard IEEE 1687 (IJTAG) wird dies ändern.
Traditionelle Test- und Messgeräte weisen zunehmend Zugriffsprobleme auf. Mit dem IEEE-1687-Standard bekommt die Testerbranche vor allem im Bereich der GBit-Analysen eine Alternative geboten.
* abhängig vom Instrument und der Implementierung






